GeoVirtual Geschichte der Region Atacama (Chile)
Bergbau in Tres Puntas
Paul Treutler: Besuch in der Mine Salvadora
Museo Virtual
W.Griem (2003)
 

Bergmann in den Minen von Tres Puntas - nach Treutler (Kopie)

Treutler in der Salvadora-Mine

Paul Treutler beschreibt eine Grubenfahrt in die Silbermine Salvadora im Jahre 1852. Eine recht schöne Beschreibung, wenn auch nicht alles Authentisch von Treutler sein muss.

Der Bergbau um 1852 wurde mit recht einfachen Mitteln durchgeführt. Die Gruben folgten meist schmalen Gängen ("vetas") mit für heutige Maßstäbe sehr hohen Metallgehalten. Leider waren die Ganglagerstätten sehr schmal (teilweise unter 1 Meter), welches zu einer raschen Vertiefung der Abbaue führte. Doch nahm der Erzgehalt oft zur Tiefe hin rasch ab. Die Längserstreckung der Lagerstätten war durch die geologischen Gegebenheiten limitiert, oder es waren dort einfach andere Besitzer tätig.
Auch Gilliss (1849 bis 1855) beschreibt die Arbeitsbedingungen in den Bergwerken - jedoch in Chañarcillo (>>siehe dort).

(siehe Tres Puntas heute >>)

Dieses Bild, entnommen aus dem Buch von Treutler (15 Jahre in Südamerika) ist eine etwas abgeänderte Kopie von L. SIMONIN (1867) "La vie Souterraine Du Les Mines et Les Mineurs". siehe Vergleich mit SIMONIN >>

Bild aus: TREUTLER, PAUL (1882): Fünfzehn Jahre in Südamerika an de Ufern des Stillen Ozeans. - 3 Bd., 236 Seiten; Weltpostverlag, Leipzig.

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Geschichte der Atacama Region / Chile

P. Treutler über seinen Besuch in der Mine "Salvadora" (Tres Puntas):
>> "Um das Innere der Grube kennen zu lernen, stieg ich mit dem Verwalter auf einer Tagestrecke in dieselbe hinab. Sie war im Zickzack angelegt und gegen 350 Fuss (=108 m)  tief. Der reichste Kalkspatgang war 4 1/2 Fuss (=1,40m) mächtig, lief von Nord nach Süd, bei einer Differenz von 15°, und bestand oft in dieser Mächtigkeit aus fast reinem Silber. Ich sah Blöcke davon am Boden liegen, welche an 6 Ztr. (=300 Kg) wogen und die man mit der Axt zerhieb, um sie herausfördern zu können. Zur Beleuchtung dienten Talglichter; jeder Bergmann führte ein solches an der Spitze seines Stockes eingeklemmt. Alle arbeiteten fast nackend. Nicht genug konnte ich die grosse Kraft und Muskelstärke der Häuer bewundern, welche mit einem 25 Pfund (12,5 Kg) schweren Hammer oft 25 bis 30 Schläge hintereinander führten, ohne zu ruhen. Nicht minder als die Häuer zogen die Schlepper meine Aufmerksamkeit auf sich, die mit einem Ledersack, in welchen sie 1 1/2 Zentner (75Kg) Erz trugen, oft 900 Fuss (279 m) ganz steilen Weges singend hinaufstiegen und in 24 Stunden diese Tour an zwölfmal zurücklegten.
So wie bei den Häuern die Armmuskeln, waren bei den Schleppern die Waden herkulisch.
Die Arbeitszeit bestand nicht in bestimmten Stunden, sondern wechselte zwischen dem Häuer und dem Schlepper ab. Denn nachdem Ersterer seine Arbeit, die im Bohren und Sprengen bestand, verrichtet, trat er ab und überließ nun das Arbeitsfeld dem Schlepper, der die losgesprengten Erze und Felstücken an die Oberfläche beförderte, und war die Stelle geräumt, so begann der Häuer wieder seine Thätigkeit. So war dies ein ununterbrochenes, Tag und Nacht, Woche für Woche währendes Arbeiten.
Der Bau der Grube war sehr einfach und den Verhältnissen angemessen; sie war ganz trocken, hatte keinen Stamm Holz nöthig und hatte gute Luft. Die Strecken waren 6 Fuss (1,86m) hoch und 5 Fuss (1,55 m) breit.
Bis jetzt förderte man alles Erz in Säcken auf dem Rücken der Schlepper durch die Tagesstrecken (#1); es war aber bereits ein senkrechter Schacht bis auf die tiefste Sohle abgeteuft und man war beschäftigt ein Pferdegöpel (#2) aufzustellen, um die Erze vermöge desselben aus diesem zu fördern." <<

Aus: TREUTLER, PAUL (1882): Fünfzehn Jahre in Südamerika an de Ufern des Stillen Ozeans. - 3 Bd., Seite 91/92; Weltpostverlag, Leipzig.

#1) Eher horizontale, zu Fuss passierbare Stollen Ein- bzw. Ausgänge.

#2) Pferdegöpel: Vorrichtung um mit Pferdekraft Erze aus dem Schacht zu fördern. Meisst handelte es sich um ein Drehkreutz mit zwei Pferden, mit deren Hilfe ein Seil oder eine Stahlkette mit einem Fördereimer hochgezogen wurde. (Zum Beispiel der Pferdegöpel in Johanngeorgenstadt http://www.pferdegoepel.de/)

 

Mina Tres Puntas heute       Vergnügungslokal in Tres Puntas (Bild von P. Treutler)
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