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Geschichte der Region Atacama (Chile) Paul Treutler: Eisenbahnfahrt um 1852 Caldera - Copiapó |
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Virtual W. Griem (2003) deutsch / español |
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Um 1852
beschreibt Paul Treutler eine Fahrt mit dem Zug von Caldera nach Copiapó.
Die Strecke war gerade eingeweiht und die Strecke zwischen Caldera und
Copiapó dem Verkehr übergeben worden. Er beschreibt die Streckenführung
durch die Wüste bis zum Erreichen des Copiapó - Tales und weiter nach
Copiapó. Heute noch kann die Lokomotive mit den Personenwagen in der
Universidad de Atacama besichtigt werden. |
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Geschichte
Eisenbahn
Inhalt:
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"Nachdem ich mein unterbrochenes Bad beendigt und nach dem Gasthofe
zurückgekehrt war, dann ebenso schlecht diniert wie gefrühstückt hatte,
ertönte endlich der schrille Pfiff der Locomotive, die uns zur Abfahrt nach
Copiapó aufforderte. Alles watete keuchend durch den tiefen Sand und stürzte
sich in die Wagen. Diese waren 40 Fuß
(=12,40 m) lang und so
eingerichtet, dass in der Mitte ein Gang hindurch führte, an dessen beiden
Enden sich die Thüren befanden; zu beiden Seiten des Ganges waren Sitze
angebracht, so dass man nicht allein im Wagen sich bewegen und die Plätze
wechseln, sondern auch während der Fahrt in die anderen Wagen gelangen
konnte. Die Bahn war durch ein Dekret vom 9 November 1848 privilegiert und
von Herrn Wilhelm Wheelwright erbaut worden, der sich um Chile, wie um die
ganze Westküste Südamerikas sehr verdient gemacht hat. Da fast keine
Terrainschwierigkeiten vorhanden waren, wurde die ganze Bahn für den
geringen Preis von 2.000.000,- Pesos (#1) hergestellt. Die Strecke ist
50 1/2 englische( = 81,2 km
#5) = 12 deutsche Meilen lang und
steigt 1213 Fuß (= 376m) an. Kaum war der Zug in Bewegung, als ich bemerkte,
dass viele Personen sich nach dem hintersten Waggon begaben, und bald
entdeckte ich zu meiner nicht geringen Verwunderung, dass selbst hier Bank
gelegt (#2) war und eifrig gespielt wurde. Aus: TREUTLER, PAUL (1882): Fünfzehn Jahre in Südamerika an de Ufern des
Stillen Ozeans. - 3 Bd., Seite 43-44; Weltpostverlag, Leipzig. #1) Die Summe von 2.000.000,- Pesos für den gesamten Eisenbahnbau der Strecke Caldera - Copiapó muss wirklich als sehr günstig betrachtet werden. Durch Vergleich von Gehältern würde dies heute etwa einer Summe von 8 Millionen Dollar entsprechen #2) Spielbank eröffnet wurde ... #3) Auch noch heute kann man sehr schön die stetige tektonische Hebungstendenz erkennen: Fossilisierte Muschelschalen, Haifischzähne und Walfischknochen liegen in Strandterrassen bis an die 100 m Höhe. #4) Treutler beschreibt hier das Phänomen der blühenden Wüste, welches nach stärkeren Regenfällen im Winter noch heute die Atacama Wüste ergrünen lässt. Die Jahre zwischen 1850 bis 1855 waren auch sehr regenreich (> Klima) 5) Philippi schreibt in seinem 1880 erschienenem Buch: "Das zweite Viertel des Weges ist der Boden tonig und mit weißen Salzeffloreszenzen bedeckt. Die Vegetation war demzufolge ganz verschieden." Treutler kannte offenbar Philippis Publikation. (Siehe Philippi) #6)
50 1/2 englische
Meilen = 81,2 km (1 englische Meile = 1609m) |
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