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Geschichte der Region Atacama (Chile) |
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Ausrisse aus Treutlers 15 Jahre in Südamerika: Beschreibung des Bergbaues und der Bergbaulichen Entwicklung: Da so unzählige Versuchsarbeiten in diesem Bergwerksdistrikte unternommen wurden, von denen man nicht wußte, ob das Resultat ein günstiges sein würde, suchte man so wenig als möglich Unkosten zu machen, bis sich ein Gang oder ein Lager als bauwürdig und gut herausgestellt hatte. Weil nun aber das Gesetz in jeder Grube einen Verwalter, zwei Häuer und einen Schlepper, sowie einen Koch und einen Arbeiter vorschreibt, welcher die Grube mit Holz und Wasser versieht, und die Kosten für alle diese Leute sich ungefähr auf 500 Peso pro Monat beliefen, so suchte man sich gewöhnlich dadurch zu helfen, dass der Verwalter zugleich ein Häuer, der Häuer zugleich Schmied und der Schlepper zugleich Koch war, so daß auf diese Weise die Kosten ganz bedeutend ermäßigt wurden. Von den im Bergwerksdistrikte Tres Puntas im Betriebe stehenden Silberbergwerken zeichneten sich die beiden Fundgruben "Buena Esperanza" und "Al Fin Hallada" immer noch durch einen fabelhaften Reichtum aus, indem jede von ihnen jährlich über eine Million Peso Reinertrag gab. Seit einigen Wochen aber hatte man auch in einer Nachbarmine der Letzteren, "Salvadora" genannt, so mächtige Gänge fast gediegenen Silbers aufgeschlossen, daß es den Anschein gewann, als ob der Ertrag derselben sich als noch bedeutender herausstellen würde. - Da mir einer der Besitzer dieser reichen Mine Ordres an den Verwalter derselben mitgegeben und mich gebeten hatte, die Grube zu befahren und zu untersuchen, begab ich mich bald dahin. Die "Salvadora" befand sich nur etwa hundert Schritt von unserm Gasthaus. Das Gebäude dieser Grube war ein großer Bretterschuppen, welcher durch Lattenverschläge in vier Räume geteilt war. Einen derselben bewohnte der Verwalter, einen zweiten die Beamten, der dritte enthielt die Vorratskammer für Lebensmittel, und der vierte die Silberstufen. Nahe bei diesem Gebäude stand ein ganz ähnlicher Schuppen, in welchem sämtliche Arbeiter wohnten daneben befand sich die Küche und die Schmiede. Vor diesen Gebäuden erstreckte sich ein großer ebener Platz, umgeben von einer Mauer, die aber nur aus übereinander geschichteten Steinen bestand. In der Mitte dieses Platzes befand sich der Eingang in die Mine, wo ein Beamter postiert war, welcher alle aus der Grube kommenden Arbeiter zu untersuchen hatte, ob sie etwa Silberstufen bei sich verborgen trügen. Um den Ausgang lagen die geförderten Erze aufgeschichtet, und mehrere Arbeiter, im Kreise umhersitzend, waren beschäftigt das Silber, welches hier gediegen vorkam, mit Hämmern von der Gebirgsmasse zu scheiden, und es in kleine Stücke zu zerschlagen. Daneben saßen zwei Beamte, ihr Cigarrito rauchend und jede Bewegung der Arbeiter beobachtend, um das Stehlen reicher Erze zu verhindern. Hier lagen Erze im Werte von wenigstens 13.000 Pesos, teils in Blöcken von fast gediegenem Silber von 3 bis 4 Zentner, teils in bereits zerkleinertem Erz diese bestanden größtenteils aus Schwefelsilber, Rot- und Schwarz-Gültig Erz, Fahlerz, Arsenik, Antimonerz, Rosicler und Polybasit, hier in Kalk und Schwerspat vorkommend. (...) Es war Sitte, dass man bei dem Besuch einer Grube stets eine reiche Stufe zum Geschenk erhielt, und so bot auch mir der Verwalter eine solche an und erlaubte mir sogar aus dieser Kammer eine kleine Sammlung der verschiedenen Mineralien auszusuchen, welches Anerbieten mir natürlich sehr angenehm war. Die Tracht der Bergleute bestand durchgängig aus einem baumwollenen Hemde, über welches sie den Poncho trugen, und weißen sehr weiten Hosen bis an die Waden reichend, einem Ledergurt um den Leib, in welchem sie, wenn sie ausgingen, ein anderthalb Fuß langes Messer trugen, ein rotes Taschentuch um den Kopf gebunden und darauf einen kleinen Strohhut. Als Fußbekleidung dienten ihnen die sogenannten "Ojotas" eine Art Schuhe, welche sie selbst fabrizierten, in- dem sie den Fuß auf ein 2 Quadratfuß großes Stück einer frischen Ochsenhaut setzten und dasselbe über dem Fuß zusammenschnürten. Aus: TREUTLER, PAUL (1882): Fünfzehn Jahre in Südamerika an de Ufern des Stillen Ozeans. - 3 Bd., Seite 91/92; Weltpostverlag, Leipzig. |
Die Beschreibungen
von Paul Treutler geben fast spiegelbildlich die von TORNERO (1872) in einer
Zeichnung der Mine "Buena Esperanza" festgehaltene Situation wieder. ------ Die von
Treutler genannten Minerale
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Mina Tres Puntas heute Vergnügungslokal in Tres Puntas (Bild von P. Treutler) |
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