GeoVirtual Geschichte der Region Atacama (Chile)
Guillermo Rojas Carrasco:
Das Erdbeben von 1918  in Copiapó
Museo Virtual
W. Griem (2005)

Beschreibung des starken Erdbebens von 1922 in Copiapó (Chile):

Originaltext von:
GMO. ROJAS CARRASCO:

Es war am 10. November im Jahre 1922. Um 11 Uhr 53 1/2 Minuten (p.m.) als zum Glück die Vorstellung des Theaters schon beendet war. Man hörte ein fürchterliches Geräusch, gleichfalls einer mächtigen Sprengung, und gleich darauf begann das Erdbeben. Es erreichte eine Intensität von 10 (Rossi - Forel -bis 12) mit seinen unterschiedlichen Phasen und Variationen dauerte es ganze 11 Minuten. Die Wellenbewegungen kamen aus allen Richtungen. Die Erde bewegte sich immer wieder stark ruckartig, teilweise, zwischenzeitlich aussetzend - und manchmal imitierte sie geradezu die Meereswellen-bewegungen - hauptsächlich von NE nach SW verlaufend. Während im NE Blitze den Himmel erhellten. Dieses erschreckte die schon ohnehin verzweifelten Menschen  mehr noch als die Schreie der Verletzten und zum Tode geweihten. Das Zusammenspiel von der Dunkelheit, insgesamt der vorgerückten Stunde, das Knirschen der sich spaltenden  Wände, das Einstürzen der Mauern und die herabfallenden Dächer, die verzweifelten Rufe, alles zusammen steigerte die Angst in den Herzen.

40 % der Häuser wurden sofort zerstört, 45 % mussten später eingerissen werden die übrigen 15% bedurften umfangreichen Reparaturarbeiten. Alle Uhren blieben stehen.

Das seismografische Büro des Liceos konnte keine Daten liefern, außer den Anfang des Seismogramms - da das Wiechertsche Pendel von den Erdstößen gleich umgeworfen wurde. 70 Tote und hunderte von Verletzten verlangte dieses tragische nationale Ereignis.

Was die Geophysiker "Nachbeben" nennen - eine häufige Wiederholung leichter Erdstöße nach dem Hauptbeben, dies wiederholte sich hier in den folgenden 20 übrig gebliebenen Tagen des Monats 380 Male. 

Die Schäden am Liceo, wenn auch nicht gravierend, dennoch recht stark: Ein Gebäude, welches als Haus des Rektors diente, wurde vollkommen zerstört, alle Klassenräume zeigten irgendeinen Schaden. Aufgrund der Situation ihrer Wohnhäuser kamen die Schüler nicht mehr zur Schule und der Rektor bat - und bekam die Erlaubnis das Schuljahr abzuschließen, die Zeugnisse und Zensuren wurden nur durch die Jahresdurchschnittsnoten in der Lehrerversammlung ermittelt.

Aus:
Liceo de Hombres Copiapó: Guillermo Rojas Carrasco (1930) página 109-112
Libro de la Biblioteca Museo Región Atacama
; Biblioteca de la UDA - Colección:Eduardo Naveas Carrasco

Übersetzung aus dem spanischen von W. Griem - Angleichung einiger physikalischer Einheiten; Kürzungen vorbehalten.



Strasse in Copiapó nach einem Erdbeben
Foto: Colección del Museo Regional de Atacama (Chile)

 


Strasse in Copiapó
Foto: Colección del Museo Regional de Atacama (Chile)

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Inhalt:
Touristischer Rundgang

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Erdbeben in Atacama
Auflistung
1851: Gilliss
Burmeister (1859)
Treutler 1882 (Chile)

Treutler: Erdbeben in Tres Puntas
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1918: Rojas Carrasco

1922 Rojas Carrasco
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TREUTLER
Beschreibung einer Eisenbahnfahrt zwischen Copiapó und Caldera von Paul Treutler um 1852

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