| GeoVirtual |
Geschichte der Region Atacama (Chile) R.A. Philippi: Der Ort "Tres Puntas" |
Museo
Virtual W.Griem (2006) deutsch / español |
|
Originaltext von R. A.
Philippi (1860) - aus dem spanischen
übersetzt: Tres Puntas Der Ort hat ungefähr 4000 Einwohner, und die Strassen sind regulär in der Nähe der Plaza. Es gibt einige sehr schöne Häuser, wenn auch in einer sehr leichten Bauweise errichtet. Die Stützen und Balken sind aus sehr leichtem Holz gefertigt, die Wände aus Guayaquil-Rohr oder sogar nur aus Segeltuch, Baumwollgewebe oder Schilfmatten. Aber dadurch versteht man, warum in diesem Orte schon vier doch grössere Brände in relativ kurzer Zeit gewütet haben. Auf mich hat dies alles einen sehr traurigen Eindruck gemacht, da auch die besseren Häuser nur für eine Lebensdauer von einigen Monaten berechnet worden zu sein scheinen. Dazu kommt, noch dass alle Zufahrtswege zum Ort durch eine grosse Anzahl an toten Maultieren, Eseln und deren Skelette übersät sind: Schädel und Füsse von Ochsen aber auch zerlumpte Hemden, Hosen, Jacken uns sogar Unterröcke. etc. Das ist ganz normal, da dass Waschen der Wäsche ausgesprochen teuer ist, ziehen viele Menschen es vor die Kleidungsstücke bis sie verschlissen sind zu tragen um sie dann einfach Wegzuwerfen anstatt sie zu waschen. Ich muss nicht noch unbedingt betonen, dass es eine Vielzahl von Geschäften, Speisewirtschaften und Kramläden usw. in diesem Orte gibt. Der Hunger nach Gold oder besser nach Silber ,,auri sacra fames" hat es bis jetzt noch nicht zugelassen eine, und wenn auch kleine Kapelle zu errichten, um die Gemeinschaft an ihre Pflicht zu erinnern dem obersten Wesen seine Ehrfurcht zu erteilen; man stirbt hier, ohne die letzten Sakramente zu empfangen, es existiert nicht einmal ein sicherer Friedhof auf dem die sterblichen Überreste in Frieden ruhen können, ohne in Gefahr zu sein von streunenden Hunden ausgegraben und heruntergeschlungen zu werden. Nachdem wir im Café auf der Plaza gegessen hatten nahmen wir,
Herr Döll
und ich, mit Freude die Einladung von
Herrn Schnakenberg aus Kassel an,
unseren Aufenthalt in Tres Puntas im seinem Hause und mit ihm zu verbringen.
Dieser Herr war der Verwalter des Bergwerkes „Germania" und einiger anderen
Minen. Sein Haus stand direkt neben der selbiger Mine und von ihm selbst
errichtet worden. Das Baumaterial der Mauern stammte aus dem Schacht, die
Grundmauern waren aus Lehm gefertigt, was ein sehr grosser Luxus hier ist,
da ein „barril" (Tonne) Wasser einen halben Peso kostet. Das Dach ist aus
Schilfmatten gefertigt, was nicht total den Lichteintritt verhindert und
wenn es regnet oder schneit, was es aber nicht häufig vorkommt, muss in dem
Raum der Regenschirm benutzt werden. Die Mauern haben nur eine Höhe von zwei
Metern und sind mit einem Leinentuch bespannt. Es gibt keine Fenster, dass
Licht kommt nur durch die Tür. Ein Holzrahmen mit Leinentuch bespannt trennt
ein Zimmer von dem Raum, das als Schlafzimmer und Ruhezimmer dient. Es gab
normale Möbel und einige Bilder zierten die Wände. Nur wenige
Bergwerksverwalter haben hier ein so elegantes und schönes Haus. Ein
weiteres Nebengebäude dient als Küche und Schlafraum für die Bergarbeiter.
Siehe auch die Beschreibung von
Tres Puntas durch Philippi im Jahre 1856 >>
Philippi über Tres Puntas
(1856) |
De: Philippi (1856)
|
Inhalt:
|
|
PHILIPPI, RODULFO AMANDO (1860): Viage al Desierto de Atacama, hecho de orden del gobierno de Chile en el verano 1853-54.- 236 +6 p. 25 tablas; 7 perfiles Halle Sajonia, Librería Eduardo Anton |
||
|
Mina Tres Puntas heute
Vergnügungslokal in Tres Puntas (Bild von P.
Treutler) |
||
►
Eingang des virtuellen Museums│Karte der Región Atacama │Topografische Karten der Region│
Virtuelle Aussicht│3-dimensionale Bilder
der Region
◄
►
Geschichte
der Atacama - Region
│
Eisenbahnseiten │
Klima der Atacama Region
│
Links │
Literaturhinweise
◄
►
Geologischer Rundgang (esp.)
◄
GeoVirtual

© Dr.
Wolfgang Griem (*9.4.2006),
[Kontakt]
Nutzungsrichtlinien
Ausdrücklich ist jegliche, nicht von
den Autoren genehmigte, Neuveröffentlichung untersagt. Dies gilt speziell
für elektronische Publikationen:
Nutzungsrichtlinien
©
Wolfgang Griem (2006) - derechos reservados - alle Rechte vorbehalten